Piraten starten Großversuch zu direkter Demokratie

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 13. August 2010

Mit "LiquidFeedback" startet die Piratenpartei Deutschland heute einen in dieser Größe einmaligen Versuch zur Umsetzung neuer Formen direkter Demokratie in der Informationsgesellschaft. Das elektronische Diskussions- und Abstimmungssystem soll dauerhaft und bundesweit alle gut 12.000 Parteimitglieder in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Die PIRATEN werden sich so auch weiterhin durch ihre Diskussionskultur, die allen Stimmen Gehör verschafft, von den etablierten Parteien unterscheiden. "Mehr Demokratie" gehört zu den Kernthemen der Piratenpartei. Ihre parteiinterne Organisation betrachten sie daher auch als Modellversuch für eine gesamtgesellschaftliche Umsetzung. Dem ursprünglich bereits vergangene Woche geplanten Start des Systems waren kontroverse Diskussionen um Transparenz und Datenschutz vorausgegangen. Der Vorstandsbeschluss zur Einführung des Systems erfolgte diesmal einstimmig.

»Mit der Einführung von LiquidFeedback halten die Möglichkeiten der neuen Medien direkt Einzug in den politischen Entscheidungsprozess. Als Piratenpartei sind wir der Vorreiter, um neue Möglichkeiten der demokratischen Beteiligung zu erproben«, so Andreas Nitsche, einer der Entwickler der Software. »Viele Erfahrungen, die wir jetzt mit E-Democracy-Systemen wie LiquidFeedback sammeln, werden später der gesamten Gesellschaft nutzen.«

»Indem wir LiquidFeedback einsetzen, erhöhen wir auch die Transparenz unserer Politik für die Wähler«, erklärt Christopher Lauer, Politischer Geschäftsführer im Bundesvorstand der Partei. »Das System ist teilweise auch von außen einsehbar. Jeder kann jetzt vom heimischen Wohnzimmer aus verfolgen, worüber wir debattieren und wie wir abstimmen. Antragstexte, Anregungen und Ergebnisse sind transparent. Die Namen oder Pseudonyme der Nutzer werden allerdings nicht veröffentlicht.«

LiquidFeedback ermöglicht es, Vorschläge umfassend zu diskutieren, auszuarbeiten und abzustimmen. Dies geschieht in einer flexiblen Mischform aus direkter und repräsentativer Demokratie. Jedes Parteimitglied kann eine Idee einbringen und um die Zustimmung anderer werben. Es erfährt zudem, durch welche Änderungen seine Idee weitere Unterstützer gewinnen oder verlieren würde. Alle teilnehmenden Piraten beeinflussen die Vorschläge durch ihr Feedback, regen Änderungen an oder machen Gegenvorschläge, die wiederum dem Feedbacksystem unterliegen. So entsteht ein offener Wettstreit der besten Ideen. Doch nicht jeder muss über alles abstimmen: Jedes Mitglied kann seine Stimme an eine andere Person delegieren – allumfassend oder spezifisch für bestimmten Themen. Diese Entscheidung kann jederzeit rückgängig gemacht oder verändert werden. Als Ergebnis entstehen Meinungsbilder auf der Basis einer großen Beteiligung, die für die Entscheidungen der Parteitage und Vorstände eine qualifizierte Grundlage bilden.

Die Software LiquidFeedback steht unter einer Open-Source-Lizenz (MIT/X11) und ist damit für alle interessierten Organisationen frei verfügbar. Derzeit verwenden sie bereits elf Landesverbände der PIRATEN, die brasilianische Piratenpartei und das Studentenparlament der Universität Potsdam. Einen Einsatz beschloss zudem die European Democratic Education Community (EUDEC) auf ihrem Jahrestreffen Anfang August. Auch die "Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft" des Deutschen Bundestages verhandelt dies derzeit: Mit LiquidFeedback soll die Bevölkerung besser in die Arbeit der Kommission eingebunden werden.


Links:

Informationen zu LiquidFeedback: http://liquidfeedback.org
Neue bundesweite Instanz: https://lqfb.piratenpartei.de
Instanzen der Landesverbände: https://lqpp.de


Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
Verantwortlich für den Versand dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar

Kommentare

Unterschied LF und LD von musikstudent (kein Pirat)
JAJA, wegen Datenschutzbedenken verschoben von Anonym (Ex-Pirat) (kein Pirat)
Nein, die Bedingungen wurden geändert. von arte povera (kein Pirat)
Liebe Piraten, von Nexuiz (kein Pirat)
Hab ich ;) von Nexuiz (kein Pirat)
Naja von Anonym (kein Pirat)
Zustimmung von Anonym (kein Pirat)
So wie die "Expertengruppen", von Sven (kein Pirat)
Neee, ;) von Nexuiz (kein Pirat)
"Echte Experten" - träum weiter von Alex (kein Pirat)
Aber, von Nexuiz (kein Pirat)
"Nexuiz" von Anonym (kein Pirat)
Danke ;) von Nexuiz (kein Pirat)
Ich hatte mal gedacht, genau von Anonym (kein Pirat)
Ich bin mir da ... von Nexuiz (kein Pirat)
Die Zielgruppe der PP siehst von Sven (kein Pirat)
Zu pessimistisch! von Anonym (kein Pirat)
Wirklich sehr gut erklärt, von Anonym (kein Pirat)
Das tun wir doch schon mit von Sven (kein Pirat)
Das wäre ein anderes Problem ... von Nexuiz (kein Pirat)
Ich meine auch nicht direkt von Sven (kein Pirat)
hm... von Anonym (kein Pirat)
Es gibt beide Seiten. Und von Sven (kein Pirat)
Was soll das ... ??? von Anonym (kein Pirat)
Da muss ich Sven aber Recht geben. von Nexuiz (kein Pirat)
Ein schönes selbst erlebtes von Sven (kein Pirat)
Danke für die Bestätigung von Sven (kein Pirat)
Antwort von Anonym (kein Pirat)
Diese Partei wird deshalb von Anonym (kein Pirat)
Das hat aber gedauert... von Sven (kein Pirat)
Laizismus von Anonym (kein Pirat)
Aussenpolitik, hier Kuba auf lqfb von TARIP (kein Pirat)
Jahaha, der Kuba vorschlag von Kultural Man (kein Pirat)
Aber: Sie werden trotzdem von Anonym (kein Pirat)
Stimmt, die Diskussion ist von Kultural Man (kein Pirat)
Hm... von Anonym (kein Pirat)
A., B., und C. von TARIP (kein Pirat)
Link auf HP von Anonym (kein Pirat)
Auf den Punkt gebracht von Marius (kein Pirat)
Solldemokratie ohne Zwang? von Dr. Dietmar Moews (kein Pirat)
Mach mal was von Tacheles (kein Pirat)
Wer ist der BWL Student: Lösung Inside von YesMen (kein Pirat)
Auch eine Lesart von Gedankenverbrecher (kein Pirat)
Der größte Teil sind von Anonym (kein Pirat)