Same procedure as last year? – Same procedure as every year!

BlubbAls Mittags am 25. Januar über das Portal des Bundesvorstandes (BuVo) bekannt gegeben wurde, welches BuVo-Mitglied beim Bundesparteitag in Neumünster erneut kandidiert oder wieso nicht, schien die Piratenwelt noch in Ordnung, denn der Bundesvorstand wird für ein Jahr gewählt. Am Tag darauf wurde die Meldung jedoch von diversen Nachrichtenagenturen aufgegriffen, teilsweise so stark umgedeutet, dass die ursprüngliche Quelle nicht wiederzuerkennen war.
So kamen Presseberichte zustande, die von Burn-Out (aber die Bild-Zeitung schafft es diese Fehlleistung noch zu steigern) bis hin zum Untergang der Piratenpartei fabulierten. Oder kurz: ohne Marina Weisband im Bundesvorstand wäre das Ende der Piratenpartei besiegelt.

7Doch ist dem wirklich so? Immerhin gibt es neben der politischen Richtungsfestlegung ("nicht links, nicht rechts, sondern vorne") auch das zweite Credo: "Themen statt Köpfe". Dass dieses praktiziert wird, sieht man an den Wahlplakaten der Piraten, die ohne Personen auskommen. Selbst wenn sie wie im Berliner Abgeordnetenhauswahlkampf Personen zeigten, fehlten die zugehörigen Namen. Es waren Piraten abgebildet, nicht nur Kandidaten. Gleichzeitig ist es eine Tradition, dass quer durch alle Gliederungsebenen kaum ein Vorstand geschlossen in eine zweite Amtszeit geht.

Dass das Ende der Piraten postuliert wird, liegt auch im Verweilen der Medien in den Denkstrukturen der Politik 1.0. Während in der Politik 1.0 Vorstände der Partei durch Machtworte oder angebliche Alternativlosigkeit die Richtung einer Partei vorgeben, haben die Vorstände innerhalb der Piratenpartei lediglich eine verwaltende Rolle ohne selbstständige politische Gestaltung inne. Dies schließt die Unterstützung einzelner Mitglieder oder Gruppierungen bei der Gestaltung und Durchführung von Aktionen natürlich nicht aus. Ebenso stellen Piratenvorstände keine abzunickenden Leitanträge, sondern treten als Moderator und Motivator in Erscheinung. Oh, und ganz nebenbei vertreten sie die Basis und deren Meinung gegenüber den Medien, staatlichen Stellen, NGOs und anderen Parteien.

Man darf bei all dem nicht vergessen, dass ausnahmslos alle Vorstandsmitglieder aller Gliederungsebenen ehrenamtlich tätig sind, dass heißt, sie knapsen die für das Amt benötigte Zeit von ihrer Freizeit neben Beruf oder Ausbildung ab. Im Gegensatz dazu sind die Vorstände anderer Parteien meist nicht mehr beruflich tätig und können durch die Vergütung ihres Mandates ihre gesamte Zeit der Parteiarbeit widmen. Dies hat zur Folge, dass sich die Vorstände bei den Piraten häufig nach einem oder zwei Jahren mit einer Gesamtarbeitzeit (Beruf und Parteiarbeit zusammen) von häufig weit über 80 Stunden wieder nach einer ruhigeren Phase sehnen und nicht erneut für ihr Amt kandidieren. Das hat nicht unbedingt etwas mit Burn-Out oder ähnlichem zu tun, sondern vielmehr mit während der Amtszeit vernachlässigten sozialen Kontakten, Hobbies, Partnern oder gar Berufen bzw. Ausbildungen.

Dass sich einzelne Mitglieder des aktuellen Bundesvorstandes nun danach sehnen, wieder zur gestaltenden und stimmberechtigten Basis zu gehören, sollte nachvollziehbar sein. Sie treten nicht zurück oder gar aus der Partei aus, sondern geben nur ihren Status des primus inter pares auf, was für viele Medien, die es gewohnt waren, Berichte von Pateitagen oder ähnlichen Ereignissen auf Wochen im Voraus zu schreiben und somit in festgelegeten Denkmustern zu erstarren, den Verlust bereits bekannter Köpfe und somit Arbeit bedeutet.

Auch wenn deshalb für einzelne Medienvertreter die Welt untergeht bzw. sie sich in neue Lebensläufe einlesen und sich an neue Kontaktpersonen gewöhnen müssen: es ist nichts passiert. Die Piratenpartei steht für einen neuen Politikstil, die Politik 2.0 sozusagen. Dieser ist nicht zuletzt durch die Meinungsbildung auf der Basis aller Mitglieder dynamischer und flexibler.
Somit gilt: Same procedure as last year? - Same procedure as every year!

Writen by Laberlohe (CC-BY-SA Flaschenpost)

Kommentare

Typisch

Ist es nicht so, das heut zu tage alles umgedreht wird in den Medien? Egal was für ein
Thema es ist, immer wird es falsch interpretiert und die Guten sind auf einmal die Bösen.

Falschen Post - Vodka ABSolut-Debt

Ich persönlich bin ja der Meinung daß die Terroristen sich dadurch fianzieren, daß sie Social-Networking-Profile und EMail Adressen prominenenter Persönlichkeiten und look alikes pflegen - ohne Auftrag des iranischen Geheimdienstes, Salman Rush-die lässt grüssen. Da geht jeden Tag ein Nailin-Palin mit dem "einzig wirklich echten Sadam Hussein" über den Sender damit der Sittenwächter von iTar-tazz auch was zu tun hat.

gema&lt

Kommado "Schwarzer Kanal"

Parteitagsberichte im Vorraus schreiben?

Tut die Presse tatsächlich ihre Parteitagsberichte im Vorraus schreiben? Wenn ja, dann hat entweder die Presse einen Knall oder die etablierten Parteien haben einen Knall. Man kann doch nicht bei sowas wie nem Bundesparteitag alles im Vorraus planen!

Auf Kreisebene mag das gehen. Da wo ich wohne wurde irgendwannmal der KV der Piraten gegründet. Ca. 10 stimmberechtigte Piraten sind zur Gründungsversammlung gekommen. Und der Vorstand sollte aus 7 Leuten bestehen. Naja. Da wurde natürlich vorher schon beschlossen, wer in welches Amt gewählt wird.

Aber einen Bundesparteitag im Vorraus planen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Presse das hinkriegen will!

etabliertes PresseFail

Es ist schon lange Zeit für "Presse 2.0" sonst wird es ihr schwerfallen, mit den Piraten Schritt zu halten...

[_öhring:] Peak Oil!

Wenn ich Zitatzeichen nicht verwende dann hab ich meine Gründe dafür.
Die verstehe ich auf der einen Seite, Extremisten - also sowas wie Antifa und Neonazis - auf der anderen.
Das ist kein Grund Leute über ihre Kidner zu erpressen.

Wer über offensichtliche handwerkliche Schweinereien im Verfahrensablauf berichtet hat damit noch nichts
zum Verfahren gesagt, wohl aber darüber was von der Arbeitsweise des oder ganz allgeimein der
Gerichtsbarkeit zu halten ist.

Fliek Heli!

die gez.

(Diktiert)

Fablabs

Ich weis es gehört nicht direkt zum Thema, aber ich kann gerade nicht anders antworten.

Ich hoffe die PP kann etwas die Verbreitung von Fablabs, öffentlichen Werstätten und kreativen Plätzen für 'Hacking' (alles Technik-Bezogene), Modellbau und Funker (Freifunker für W-LAN und Hobby-Funker allgemein) fördern!

Ich hoffe das Thema kann mal auf einer 'Tagung' oder wie das bei euch läuft besprochen werden. :-)

Lasst Euch nicht beeinflussen

Lasst Euch nicht beeinflussen von dem, was andere über Euch schreiben, und macht weiter wie bisher.
Der grösste Fehler wäre doch, "gewöhnlich" zu werden und dann das Bild zu bieten, das man von den anderen Parteien wahrnehmen kann!

Im Spektrum der denkbaren

Im Spektrum der denkbaren Bild-Berichterstattung wirkt diese Darstellung der Frau Weisband auf mich geradezu wohlwollend!

Medienzirkus

Schöne Erläuterung.
Wenn es nicht so traurig und gefährlich wäre, würde ich mich echt totlachen, wie die sog. Leitmedien sich Tag für Tag für Tag selbst vorführen, wenn es auch nur entfernt um die Strukturen und Konzepte der Piraten oder des Internets geht.

Gruß, Enrico

BLÖD: muss das sein?

Das hätte ich gar nicht mitbekommen, wenn ihr es nicht verlinkt hättet. Wenn interessieren denn die Pappnasen vom Boulevard? Die nimmt doch eh keiner mehr ernst.

Puder / Nasen?

Also mich interessieren Nasen-OPs!
Da wo die reingesteckt werden.

"Houston, 1 mal!"

Hofberichterstattung der Medien

Es wird bestimmt noch einige Bedenkzeit bei den Redakteuren
geben müssen, bis sie erkennen, das gewählte Politiker nicht
automatisch auch zentrale Figuren der "Macht" seine müssen.

Aber zu sehr ist man doch an den Berliner Verlautbarungsjournalismus,
durch das weiterreichen und kolportieren von fertigen PR-Meldungen aus
den Nachrichtenagenturen zu Personalentscheidungen gewohnt.

Das eine politische Richtung einer Partei nicht unbedingt an einem Kopf, Gesicht,
Charakter, oder an einer kleinen Führungsriege festgemacht werden muss, ist noch
nicht im Bewusstsein angekommen. Zu lange hat eine Lügenkontrollmacht durch
ihr verwaschenes Politmarketing-Geschwafel die Gehirne manipuliert.

Wirkliche Neuigkeiten fallen bei der tendenziöse Berichterstattung durch den Filter.
Alte Erkennungsmuster können nicht angelegt werden. Geduld...

Gruß Codo

Ja.

Ja.

Schwachsinn pur...

Zitat: "...haben die Vorstände innerhalb der Piratenpartei lediglich eine verwaltende Rolle ohne selbstständige politische Gestaltung inne..."

Klar, und wenn Nerz mal Bundeskanzler wird und sich in einer Krisensituation entscheiden muss, ob er Soldaten nach Afghanistan schickt oder nicht, heißt es dann vermutlich leicht abgewandelt:

"...haben die Regierungsmitglieder innerhalb der Piratenpartei lediglich eine verwaltende Rolle ohne selbstständige politische Gestaltung inne..."

Na, dann gute Nacht...

Es ist halt schwer...

Der Punkt ist:
Die Regierungsmitglieder SIND per def. politische Gestalter (auch wenn sie sich ja im Augenblick mehr als Verwalter verhalten). Und Vorstände der Piratenpartei SIND per def. Verwaltungsposten.

In anderen Parteien ist das anders: Die Kanzlerin ist Parteivorsitzende im Sinne des Leithammels UND Kanzlerin im Sinne des Leithammels und Abgeordnete im Sinne des Volksvertreters. Bei den Piraten wäre das nicht möglich:

Die Vorstände müssen durch persönliche Arbeit und Engagement dafür sorgen, dass die Dinge erledigt werden, um den Fachexperten und der aktiven Basis den Rücken frei zu halten und die Hürden niedrig zu halten, sich an der Konzept- und Meinungsentwicklung und den Entscheidungen zu beteiligen. Dieselben Leute GLEICHZEITIG in der Regierung zu haben wäre zuviel.

Und piratige Mandatsträger würden sich weder von der Regierung noch von der Partei irgendwas vorschreiben oder vorsetzen lassen. Die müssen dann selber denken, um ihrem freien Mandat gerecht zu werden. Da können die Meinungen und Ideen höchstens anhören und mit einfließen lassen.

Ich verstehe deine anonyme Verwirrung und dadurch auch wirren Folgerungen. Aber mit der Piratenpartei hat das so mal garnichts zu tun.

Viele Grüße,
0mad

In dem Falle könnte der

In dem Falle könnte der Bundeskanzler per Liquid Feedback in kürzester Zeit *alle* Piraten darüber entscheiden lassen.
Ihr Argument ist daher trotz "Schwachsinn pur" und "gute Nacht"-Theatralik leider ungültig.

Ja Mann

Gute Einstellung, weiter so!

Marina Weisband

Marina Weisband hat sehr viel für die Piraten erreicht. Trotzdem werden auch ohne Weisband die Piraten weiterhin erfolgreich sein.

Die Zerstörungen nehmen explosionsartig zu. Z. B. sind die Winter 20 % kürzer, als früher.
Zudem gibt es seit dem Jahr 2012 eine starke Zunahme des Linksterrorismus. Dadurch wird u. a. die Technokratie niedergebrochen.
Aber nicht Kommunisten setzen sich durch; sondern nicht-grüne Ökos. Es werden u. a. die herkömmlichen Autos durch 1 l-Autos ersetzt.
Es soll eine Querfront aus Piraten und Pro D geben. Diese Querfront sollte sich mit den FW zusammentun. Dann kann die jetzige Regierung abgelöst werden.

Ich habe ziemlich lachen

Ich habe ziemlich lachen müssen. ;-)

Hat was von Cato...

Der hat auch alle seine Reden mit diesem 'Karthago muss zerstört werden' beendet. Egal bei welchem Thema ;)
Aber trotzdem: Ich dachte hier ließt ein Moderator mit, der Bots raushält.

Wie mogelt sich unser Eso-Vergelter hier eigentlich immer durch?
Ich meine - wenn das kein Bot ist... Dann muss da jemandem *wirklich* langweilig sein...

Gruß
Gedankenverbrecher

Ein Bot ist ein Computer, der

Ein Bot ist ein Computer, der automatisiert Spam verbreitet. Ein Mensch der seine Nachrichten selbst schreibt, ist kein Bot. Wenn du Leute ließt, ist das deine Entscheidung. Wenn du es nicht tust auch, ich habe nicht vor, dir die Entscheidung abzunehmen.

Re: Hat was von Cato . . .

Glücklicherweise versteht der Moderator unter einem "Bot" etwas anderes, als Sie.
In meinen Kommentaren tauchen immer wieder neue Gedanken auf. Es handelt sich nicht um Bots.
In meinem neuesten Kommentar schreibe ich z. B. über den Beginn des Bürgerkrieges in Syrien. Dieser wird zum Zusammenbruch des israelischen und US-amerikanischen Imperialismus beitragen. Zeitgleich hat Sarkozy angekündigt, im Alleingang in Frankreich eine Transaktionssteuer einzuführen. Dies wird zum Zusammenbruch des Kapitalismus beitragen.

Oh Wow.

Damit sind sie in meiner Achtung aufgestiegen.
Sie teilen sich jetzt den entsprechenden Platz mit dem BWL-Studenten (und den diversen Pseudonymen die er verwendet)

Sie ... sind aber nicht zufällig der Selbe?

Wobei... Sein Stil gefällt mir etwas besser. Ihrer wirkt hingegen ziemlich gestelzt - außerdem wiederholen sie einige ihrer Aussagen ständig, was zu der Bot-Annahme verleitet.

In diesem Sinne

>((°>

Ein kleiner Fisch für ihre Mühen
Gedankenverbrecher

Re: Oh Wow.

Klicken Sie doch einfach die Kommentare, die mit "Eso-Vergelter" gekennzeichnet sind, nicht mehr an. Das dürfte doch eigentlich kein Problem sein.
Nur hier ist es ein Problem, weil hier die Kommentare mit "Anonym" gekennzeichnet sind.

Namen sind nur wichtig für Grabsteine

Nicht wer oder wieviele sind entscheidend. Sondern das die wo Zeit haben, das machen was machbar ist.
Alles andere ist Politik/Denken von gestern.

Gute Richtigstellung!

Schön auf den Punkt gebracht. Genau so sieht es aus.