Piratenpartei im Fokus - Existenz des Bayerntrojaners bestätigt

17. September 08

Vor einigen Tagen haben bayerische Polizeibeamte beim Pressesprecher der Piratenpartei Deutschland eine Hausdurchsuchung durchgeführt.
Ähnlich wie im Cicero-Skandal waren die Behörden auf der Suche nach einem Informanten aus den eigenen Reihen. Im Januar hatte die Piratenpartei im Zusammenhang mit der Debatte um den Bundestrojaner ein ihr zugespieltes Dokument des bayerischen Justizministeriums veröffentlicht, demzufolge bereits solche Software ohne gesetzliche Grundlage eingesetzt worden sein könnte. Nach dieser Durchsuchung kann an der Echtheit dieses Schreibens nun kein Zweifel mehr bestehen.

Weitere Brisanz erhält die Durchsuchung dadurch, dass der Betroffene auch Politischer Geschäftsführer des Landesverbands Bayern der Piratenpartei ist. Die Piratenpartei hat die Einführung solcher Schnüffelsoftware bereits mehrfach scharf kritisiert. Sie ist weiterhin der Meinung, dass es anstatt der unkontrollierten Ausweitung von Befugnissen für BKA und andere Dienste zu einer stärkeren parlamentarischen Kontrolle dieser Dienste kommen muss, damit die Grundrechte der Bürger nicht ständig weiter ausgehöhlt werden. "Diese Vorgehensweise kann man eigentlich nur als Repression gegen unsere politische Arbeit verstehen. Einige unserer Staatsdiener möchten den Überwachungsstaat wohl zu gerne ohne Wissen der Bevölkerung installieren" so Jens Seipenbusch, Stellvertretender Vorsitzender der PIRATEN.

Die Durchsuchung beim Pressesprecher der Piratenpartei Deutschland muss daher auch als Einschüchterungsmassnahme gewertet werden, zumal den Ermittlern eigentlich hätte klar sein können, dass er die Identität des Informanten in Reihen der bayerischen Behörden nicht kennt.
Zusätzlich ist ein in Bayern stehender Server eines Parteimitglieds beschlagnahmt worden. Die Gefahr, dass darauf gespeicherte Daten analysiert werden könnten ist minimal, da er mit starker Kryptographie gesichert wurde.

Andreas Popp, Vorsitzender der Piratenpartei Bayern dazu: "Da hat sich ein mutiger Mensch hingestellt und der Piratenpartei Dokumente zukommen lassen, um ein verfassungsrechtlich höchst bedenkliches Vorgehen der bayrischen Landesregierung an die Öffentlichkeit zu bringen. Nun wird dieser gejagt wie ein Verbrecher. Wohnungen von Parteimitgliedern werden durchsucht, Server beschlagnahmt. Der Person, die uns diese Dokumente hat zukommen lassen, möchte ich auf diesem Wege mitteilen, dass Sorge getragen wurde, jedwede Informationen, die sie identifizieren könnte, vor ungewolltem Zugriff zu schützen."



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Kommentare

Bayern setzt illegal Trojaner ein. von Anonym (kein Pirat)
Ziemlich erschreckend, was da von Anonym (kein Pirat)
Mit der Aktion hat die von MS (kein Pirat)
geht leider nicht von Jamasi (kein Pirat)
Spon bringts von Anonym (kein Pirat)
Danke! von Anonym (kein Pirat)
Internationales Thema von Anonym (kein Pirat)
"Es sei die Frage, ob hier von Anonym (kein Pirat)
Ich finde es ein von Anonym (kein Pirat)
Bayern beugt mein Rechtsverständnis von Anonym (kein Pirat)
Kann mir jemand sagen warum von grEg (kein Pirat)
(No subject) von Nicht alle Bayern sind blöd (kein Pirat)
Respekt von Sven Mueritz (kein Pirat)
Gerade sah ich das erste Mal von Anonym (kein Pirat)
" Dennoch seien am von Anonym (kein Pirat)
> Nach dieser Durchsuchung von Anonym (kein Pirat)
Es gibt noch Helden! von schallstrom (kein Pirat)
Bei mir seid ihr die Helden von Anonym (kein Pirat)
und bei mir des Monats! von Anonym (kein Pirat)
bei mir auch Helden des von Anonym (kein Pirat)