Gedanken zum Welttag des geistigen Eigentums

26. April 2009

copy meWer Ideen liebt, lässt sie frei.
Was gibt es Schöneres, als das was uns etwas bedeutet mit anderen zu teilen? Wer maßt sich an, das Zwitschern der Vögel im Morgengrauen, die bis in die Tiefen der Seele vergüldenden Farben eines Sonnenuntergangs, oder das Streicheln des Windes für sich zu beanspruchen? Wer kann sagen: ich habe die Liebe erfunden? - Niemand, sie erfindet sich täglich neu.

Und doch gibt es einen Welttag des geistigen Eigentums - erstmals im Jahr 2000 von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ausgerufen, um den Wert und die Wichtigkeit von Kreativität und geistigem Eigentum hervorzuheben. Eigentum...eine eigentümliche Interpretation von Gedanken, Ideen, die jemand ausgearbeitet und kreativ umgesetzt, denen er vielleicht sein ganzes Leben gewidmet hat.
Geistige Schönheit - verwandelt in etwas (Be)greifliches - Wertschöpfung.

Wissen ist so eine geistige Wertschöpfung; es wird vermittelt in Schulen, Universitäten, in der Berufsausbildung. Wessen Eigentum ist dieses Wissen? Das Geschehen um befreites und angekettetes Wissen, Kreativität und Ideen ist im Wissensallmende-Report 2009 ausführlich beschrieben.

Kunst ist so eine geistige Wertschöpfung; sie ist ein Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Es findet seinen Ausdruck im Theater, in der Architektur, in Literatur, Rede, bildnerischer Darstellung, Musik und Wissenschaft und vielem mehr. "Kunst kommt von Können, nicht von Wollen: Sonst hieß es 'Wulst'. " - Zitat von Ludwig Fulda, aber wer kann den Wert dieser Kunst beziffern? Doch wohl erst die Nachwelt. "Man kann die Kunst auf zweierlei Weise hassen: Erstens, indem man sie hasst. Zweitens, indem man sie in den Grenzen der Vernunft liebt." - Zitat von Oscar Wilde

Kreativität und gute Ideen sind wichtig und verdienen jegliche Unterstützung. Wir glauben aber, dass restriktive Eigentumsrechte der falsche Zugang zur Förderung von Ideen sind. Kreativität braucht Freiraum, keine Fesseln. Teilen und Mitteilen ist ein Grundbedürfnis des Menschen, sonst lebten wir heute noch in steinzeitlichen Verhältnissen jeder für sich, oder was noch viel wahrscheinlicher ist, wir wären längst ausgestorben. Es müssen andere Wege gefunden werden, die Künstler und Wertschöpfer dieser Welt zu entlohnen, als einer Rechteverwertungsindustrie Pfründe zu sichern und nach und nach Monopolstellungen für die Nutzung geistiger Aktivitäten anderer einzuräumen.
Tausende Menschen auf der ganzen Welt sehen keinen Sinn darin ihre Ideen und ihre Kreativität in Ketten zu legen, vielmehr sorgen sie für freie Verbreitung. Beispiele dafür finden sich in vielen Bereichen: Open Access, Creative Commons Lizenzen, Open Source Initiativen, Wikipedia, Open Street Map und immer mehr Künstler stellen Musikstücke, Filme, Bücher, Bilder frei zur Verfügung. Dass die aktuellen Konzepte vom 'geistigen Eigentum' grundsätzlich hinterfragt werden müssen, sagen nicht nur wir. Das sagt sogar die WIPO, nachzulesen hier.

Wer Ideen liebt, lässt sie frei.

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