Piratenpartei unterstützt Petition für freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 10. November 2009

Open Access / wikimedia.org (cc Attribution ShareAlike 3.0)Die Piratenpartei Deutschland unterstützt die gestern an den Petitionsausschuß des Bundestags gestellte Bitte zum Themenbereich Open Access. Die Petition fordert, aus öffentlichen Geldern geförderte wissenschaftliche Ergebnisse allen Bürgern frei zugänglich zu machen. Bund und Länder geben jedes Jahr gut 12 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus. Die Ergebnisse dieser Förderungen erscheinen jedoch zu einem überwiegenden Teil nur in teuren Fachzeitschriften.

»Der Bürger zahlt somit doppelt, erst für die Forschung selbst und danach noch einmal für den Zugriff auf die Ergebnisse«, sagt Bastian Greshake, Koordinator der Arbeitsgruppe Open Access der Piratenpartei. Er klagt weiter: »Allein die Universitäts- und Landesbibliotheken haben 2008 fast 220 Millionen Euro nur für den Erwerb von Fachzeitschriften ausgegeben. Das ist Geld, das in Forschung und Lehre sicher besser angelegt wäre.«

Die Piratenpartei trat bereits zur Bundestagswahl mit der Forderung nach freiem Zugang zu öffentlich geförderten Forschungsergebnissen an. Dass dieses Modell funktioniert, beweisen andere Länder wie zum Beispiel die USA. Dort müssen Publikationen, die von den National Institutes of Health gefördert werden, binnen 12 Monaten frei verfügbar gemacht werden.

»Wenn Deutschland den Anschluß an die Wissensgesellschaft nicht verlieren will, ist es zwingend notwendig, dass wir unsere Wissenschaftler nicht weiterhin künstlich dumm halten. Besonders wenn es an so einer Kleinigkeit mangelt wie der Bezahlung von Zeitschriften-Abonnements«, so Greshake.

Die Piratenpartei fordert alle Bürger auf, sich dieser Petition anzuschließen und so deutlich zu machen, dass der Petitionsausschuß des Bundestags dieses Thema behandeln solle. Dazu sind 50.000 Unterstützer nötig. Die Petition kann noch bis zum 22. Dezember via Internet mitgezeichnet werden.


Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922


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Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar

Kommentare

Petitionen hier und dort, Piraten weiter eingeschränkt

Spätestens seit der Petition gegen Zensursula ...ahm... gegen das Aufstellen sinnloser Stoppschilder sollte auch der Piratenpartei klar sein, dass eine Petition reines Stillhalte-Werkzeug für das Volk ist. Petitionen werden ignoriert oder es wird so damit umgegangen, dass letztendlich nichts passiert. Oder warum gibt es trotz jahrelanger Bemühung immer noch keine Volksabstimmung? "Alle Macht geht vom Volke aus." Das Vorhaben der Piratenpartei ist lobenswert, aber die Aussicht, tatsächlich etwas (und damit mehr als nur ein Umdenken beim Volk) bewegen zu können, ist einfach nicht realistisch. Genausowenig wird man mit Basisdemokratie den Lobbyismus, der inzwischen offenbar das ganze Parlament unterwandert hat, beseitigen (sehr schön zurzeit sichtbar anhand der Impfhysterie) oder einen "transparenten Staat" schaffen können. Ich bin *für* Mitgestaltung und Einmischung, aber ohne (friedliche) Revolution wird sich hier nichts mehr ändern können. Und wenn die Piratenpartei nicht *endlich* (AGs scheinen eingeschlafen zu sein, Kontaktaufname manchmal nicht möglich, Effektivität sowieso sehr fraglich) auch zu globaleren und außenpolitischen Themen (ich sage nur Uranmunition, Angriffskriege, 11. September, Lissabon-Vertrag, illegale Atomwaffen-Lagerung in Deutschland) Stellung bezieht, wird sie ohnehin bestenfalls eine kleine Oppositionspartei werden. Versuche, auf der Mailingliste oder im RL, klarzumachen, dass es nichts nützt, zwar eine Killerspiel-Gegenaktion zu starten, den weiteren Themen (die sich übrigens auch dem bisherigen Parteiprogramm ableiten ließen, wenn man nur wollte) aber verschlossen gegenüber zu bleiben, schlugen fehl. Das habe ich auch schon von anderen gehört. Statt ein Gesamt-Bundes-Vollprogramm in Aussicht zu stellen, wird nun erstmal ein Landesprogramm BaWü erstellt. Auch das Landesprogramm ist ja sinnvoll, aber was von beidem ist wichtiger? - Mein Beitrag ist eindeutig tendention (pro Verstand) und lässt sich leider keiner politischen Richtung zuordnen. Schlecht für die Lügen-Medien, gut für Piraten.